Derzeit vergeht leider kaum ein Tag ohne Hiobsbotschaft vom Tagesgeldmarkt. Heute gab es einen dicken Dämpfer von der britischen Barclays, die erst vor einigen Monaten furios auf dem deutschen Tagesgeldmarkt gestartet war.

Damals bot sie für drei Jahre lang garantiert einen Zinssatz von 1,75 Prozentpunkten über dem Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB). Letzter lag damals wie heute bei glatt 1,0 Prozent. Somit kam man „damals“ auf sehr gute 2,75 Prozent.

Barclays nun nur noch Mittelmaß

Zwischenzeitlich wurde der Aufschlag auf 1,5 Prozentpunkte gesenkt, was zu einem Gesamtzins von 2,5 Prozent führte, was für heutige Zeiten ebenfalls noch ein hervorragender Wert ist. Mit heutiger Wirkung jedoch wurde der Aufschlag auf glatte 1,0 Prozent herabgesetzt, sodass man aktuell im Endeffekt bei 2,0 Prozent landet.

Damit kann Barclays an der Tagesgeldspitze nicht mehr mithalten. Dort werden für Bestandskunden aktuell 2,55 Prozent geboten – von MoneYou. Für Neukunden sind sogar 2,6 Prozent möglich – bei Cortal Consors.

Spitzenposition perspektivisch unrealistisch

Zwar kann Barclays weiterhin mit der (bedingten) dreijährigen Zinsgarantie werben, jedoch ist der Zinsaufschlag von 1,0 Prozent so mager, dass es vermutlich auch perspektivisch nicht für die Spitzenpositionen der Vergleiche reichen wird. Denn eigentlich gab es in der Vergangenheit immer einige Anbieter, die mehr als 1,0 Punkte über dem EZB-Leitzins lagen. Lediglich für „wechselscheue“ (bequeme) Sparer könnte das Angebot von Barclays in der aktuellen Ausgestaltung etwas sein. Falls ihr euch so charakterisieren würdet, findet gelangt ihr hier zur Homepage von Barclays.

Mehr als glücklich schätzen können sich jedenfalls diejenigen, die sich damals noch das Tagesgeldkonto mit den 1,75 Punkten Aufschlag sichern konnten. Diejenigen kommen auch jetzt noch in den Genuss von 2,75 Prozent. Andernorts bekommt man in der Spitze derzeit – wie oben bereits erwähnt – lediglich 2,55 Prozent bzw. 2,6 Prozent.