TagesgeldSeit gut zwei Monaten lag die niederländische Bank NIBC Direct mit ihrem Zinssatz in Höhe von 2,85 Prozent allein an der Spitze der Tagesgeldvergleiche. Doch damit ist ab sofort Schluss: Der Zinssatz sinkt ab Freitag, 2. März, um 0,1 Punkte auf nun 2,75 Prozent. Dies teile die Bank heute ihren Kunden per E-Mail mit.

Das ist zwar noch immer ein Topwert, allerdings verliert die Bank ihr „Alleinstellungsmerkmal“ in Punkto Zinsen.

MoneYou nun alleine führend

Andere haben nun sogar leicht die Nase vorne. Allen voran das ebenfalls niederländische Institut MoneYou. Hier werden zwar ebenfalls 2,75 Prozent geboten, im Vergleich zu jährlichen Zinsgutschrift bei NIBC Direct erfolgt die Zinsausschüttung bei MoneYou sogar vierteljährlich, sodass es zu einem Zinseszins-Effekt kommt. Der effektive Zinssatz beträgt hier somit sogar 2,78 Prozent – also noch einen Hauch mehr. Ebenfalls für MoneYou spricht, dass der Zinssatz bereits seit November 2011 unverändert ist.

Der Abstecher von NIBC Direct an die Spitze der Vergleiche war hingegen nur von recht kurzer Dauer. Aber ich will nicht meckern, immerhin konnte man hier im Extremfall über zwei Monate von den 2,85% profitieren. Nur finde ich persönlich es nicht so „vertrauensstiftend“, wenn die Konditionen nicht so lange konstant sind – vor allem, wenn sich eine Bank nur für recht kurze Zeit an die Spitze der Vergleiche setzt. Aber wie gesagt: Auch mit den 2,75 Prozent liegt NIBC Direct weiterhin im Spitzenfeld.

Als Bestandskunde muss man sich nun also keinesfalls zum Wechsel genötigt sehen. 😉 Nur wenn ich jetzt vor der Wahl eines Anbieters stehen würde, würde ich vermutlich eher zur oben genannten MoneYou greifen, zu der ihr hier gelangt.

Auch mit Barclays muss sich NIBC Direct messen

Oder aber zu Barclays. Hier werden zwar ebenfalls 2,75 Prozent gezahlt und auch hier erfolgt die Gutschrift jährlich, aber hier haben wir es mit einer Zinsgarantie der besonderen Art zu tun: Die Briten versprechen für drei Jahre ab Kontoeröffnung einen Zinssatz, der um 1,75 Prozentpunkte über dem Leitzins der Europäischen Zentralbank liegt. Da hat man dann schon eine gewisse Sicherheit. Genau ansehen könnt ihr euch das Ganze auf der Homepage von Barclays. (Update vom 23.03.2012: Leider hat auch Barclays die Zinsen bzw. den Zinsaufschlag gesenkt; ab sofort gibt es hier nur noch 1,5 Punkte zusätzlichzum EZB-Leitzins, also derzeit insgesamt 2,5%.)

Gesetzliche Einlagensicherung bei allen gleich

A propos Sicherheit: Sowohl bei der NIBC Direct, als auch bei MoneYou und Barclays sind eure Einlagen bis zu einem Betrag von 100.000 Euro durch eine staatliche Einlagensicherung garantiert. Bis zu diesem Betrag könnt ihr also jeweils bedenkenlos euer Erspartes anlegen. Falls ihr mehr Geld als 100.000 Euro anzulegen habt, ist es sicherlich auch ratsam, euer Geld zu splitten und auf die einzelnen Top-Anbieter zu verteilen um so jeweils die komplette Einlagensicherung auszureizen.

Bank of Scotland ebenfalls Empfehlung Wert

Immer eine Erwähnung wert ist natürlich auch die Bank of Scotland. Sie zahlt zwar mit 2,7 Prozent einen leicht niedrigeren Zinssatz als die drei zuvor erwähnten Anbieter, sie hat sich aber bei vielen – so auch bei mir – redlich einen beachtlichen Vertrauensbonus erarbeitet. Denn die Schotten bieten nun schon seit Jahren konstant Konditionen, mit denen sie stets zur den Topanbietern gehört. Wer sein Geld hier angelegt hat, hatte daher die letzten Jahre ziemlich viel Ruhe und musste gar nicht zum „Tagesgeldhopper“ werden, um seinen Ertrag zu maximieren. Andere boten zwischenleitlich lediglich Nuancen mehr an Zinsen.

Außerdem sind eure Einlagen hier sogar bis 250.000 Euro abgesichert. Möglich macht dies eine Kombination aus britischer und deutscher Einlagensicherung. Ach, und eine Prämie von 30 Euro gibt es für Neukunden außerdem noch obendrauf. Den den Schotten geht es hier entlang. (Update vom 23.03.2012: Leider hat auch die Bank of Scotland ihren Zinssatz gesenkt; ab sofort gibt es hier nur noch 2,6%.)

Letztendlich macht ihr aber sicherlich mit keinem der hier vorgestellten Anbieter etwas falsch, denke ich. Man hat gewissermaßen die Qual der Wahl – und das ausdrücklich im positiven Sinne. 🙂

PS: Danke übrigens für den Hinweis auf die Zinssenkung der NIBC Direct an den Tagesgeldblog-Leser „der Berliner“.