Uff, jetzt ist es tatsächlich so weit: Die Bank of Scotland hat eine Senkung ihres Tagesgeldzinssatzes von bislang sehr guten 2,7 auf künftig nur noch 2,6 Prozent angekündigt. Die Verschlechterung gilt sowohl für Neu- als auch Bestandskunden.

So etwas hatte sich ja zuletzt bereits indirekt „angekündigt“, indem die Zinsen für die kurze einjährige Laufzeit deutlich gesenkt wurden. Aber natürlich hoffte man bis zuletzt, dass das Tagesgeld nicht angetastet wird. Vergebens.

Zinssenkung erst in wenigen Tagen wirksam

Angekündigt ist die Zinssenkung für den kommenden Mittwoch, 21. März 2012. Fairerweise gibt die Bank dies schon jetzt auf ihrer Homepage bekannt und zieht die Zinsänderung nicht – wie viele andere – von einem auf den anderen Tag durch. Das muss man ihr hoch anrechnen. Wenn man die Verschlechterung der Konditionen zum Anlass für einen Wechsel nehmen möchte, hat man also noch ein paar Tage Zeit sich zu informieren.

Gute Alternativen: MoneYou und Barclays

Als Alternative würde ich derzeit vor allem die niederländische MoneYou und die britische Barclays empfehlen.

Tagesgeldanbieter der ABN AmroMoneYou bietet derzeit 2,75 Prozent und zahlt die Zinsen quartalsweise aus. Somit kommt es zu einem Zinseszins-Effekt, was einen effektiven Zinssatz von 2,78 Prozent bedeutet. Mehr bietet derzeit kein anderer. Die Bank gehört seit ihrem Start in Deutschland konstant zu den Top-Anbietern und hat auch sehr gut verzinste kurzfristige Festgelder im Angebot (6 Monate: 2,9% + 12 Monate: 3,05%). Zu den Angeboten von MoneYou gelangt ihr hier.

Eine gewisse Zinssicherheit bietet die Barclays-Bank, die derzeit ebenfalls 2,75 Prozent zahlt. Allerdings bei jährlicher Gutschrift. Das Besondere an ihrem Tagesgeldkonto ist nämlich, dass die Bank ab Kontoeröffnung für drei Jahre lang einen Zinssatz von 1,75 Punkten über dem Leitzins der europäischen Zentralbank (EZB) garantiert, der derzeit ja bei 1,0 Prozent liegt. Das heißt also, dass die Bank ihre Zinsen nicht senken kann, solange der Leitzins der EZB nicht gesenkt wird. Mehr Zinssicherheit bietet derzeit keine andere Bank. Wenn dieses Angebot für euch interessant ist, so gelangt ihr hier zum außergewöhnlich fairen Angebot von Barclays.

Tragweite der Zinsänderung der Bank of Scotland

Nochmal abschließend kurz ein paar Worte zur Zinssenkung der Bank of Scotland: Eigentlich ist eine Zinssenkung derzeit nichts Besonderes, da es bereits einige andere Anbieter in den letzten Tagen und Wochen „vormachten“. Eine besondere Tragweite und „Brisanz“ hat die Zinssenkung der Bank of Scotland meines Erachtens deswegen, weil sie nun schon seit Jahren konstant zu den Top-Anbietern zählt und einer der größten Anbieter von Tagesgeld in Deutschland ist.

Daher kann man leider fast schon davon ausgehen, dass auch andere Anbieter, die momentan Zinssätze um die 2,7 Prozent bieten (in der Spitze werden derzeit 2,75 Prozent geboten), möglicherweise nachziehen werden. Aus diesem Grunde sollte man nun ein besonderes Auge auf den Tagesgeldmarkt werfen – vor allem, wenn man sein Geld bei einem der Topanbieter angelegt hat.

Neukunden-Prämie bleibt unberührt

Die Neukunden-Prämie der Bank of Scotland in Höhe von 30 Euro bleibt übrigens unverändert bestehen. Sie wird weiterhin für neue Kontoeröffnungen bis zum 08. April 2012 gewährt. Generell kann ich die Bank auch weiterhin empfehlen, auch wenn ich persönlich derzeit zu anderen Anbietern tendiere. Denn sie gehörte in den letzten Jahren konstant zu den Topanbietern und auch mit 2,6 Prozent gehört sie weiterhin zur Spitzengruppe. Zudem muss man leider fast damit rechnen, dass andere Anbieter an der Spitze im negativen Sinne nachziehen werden… – man darf gespannt sein. Zum Neukundenangebot der Schotten gelangt ihr hier.

Auch einjähriges Festgeld erneut gesenkt

Übrigens hat die Bank auch die Zinsen für das kurzfristige Festgeld mit einjähriger Laufzeit erneut nach unten angepasst; und zwar von 2,8 auf 2,7 Prozent. Erst vor nicht einmal zwei Wochen fand schon eine Herabsetzung von 3,0 auf 2,8 statt, infolgedessen ich schon vor einer Senkung des Tagesgeldes warnte – und nun ist es ja auch tatsächlich so weit… 🙁

Wie gesagt: In der nächsten Zeit sollte man vermehrt die Augen aufhalten, da möglicherweise auch bei anderen Top-Anbietern mit Zinssenkungen zu rechnen ist (mit Ausnahme von Barclays – vorausgesetzt der EZB-Leitzins sinkt nicht).