So, bevor ich zum eigentlichen Inhalt komme, erst einmal das Wichtigste: Auch wenn das Osterfest bereits fast vorüber ist, wünschen ich allen TagesgeldBlog-Lesern ein frohes Osterfest und schöne Feiertage (gehabt zu haben). 🙂

Ansonsten gab es in den letzten Tagen mal wieder mehrere kleinere Neuigkeiten vom Tagesgeldmarkt, die ich in den Kurzmeldungen abhandeln möchte, da ich sie für nicht so schrecklich relevant halte.

Ikano Bank senkt Kreditkartenzinsen

Vor einiger Zeit hatte ich einmal über die sehr hohen Zinsen berichtet, die die Ikano Bank für Guthaben auf dem Kreditkartenkonto zahlt. Großer Nachteil daran war/ist insbesondere, dass dabei ein wichtiges Sicherheitsmerkmal gegenüber normalen Tagesgeldkonten fehlt: Das Kreditkartenkonto ist ein normales Zahlungskonto. Das heißt, dass das darauf befindliche Geld im Grunde in alle Richtungen das Konto verlassen kann. Beim klassischen Tagesgeld hingegen ist eine Auszahlung nur auf das eigene Referenzkonto möglich, was einen großen zusätzlichen Sicherheitsfaktor darstellt.

Die Zinsen auf das Mastercard-Kreditkartenkonto der schwedischen Ikano Bank waren jedoch mit 2,81 Prozent extrem hoch. Dieser Zinssatz wurde nun auf 2,71 Prozent reduziert, was immer noch sehr, sehr gut ist. Falls ihr dort euer Tagesgeld liegen habt, spricht also momentan noch nicht viel Neues für einen Wechsel. Wobei die Bank MoneYou mit 2,75 bzw. effektiv 2,78 Prozent noch etwas mehr bietet – und natürlich auch das Sicherheitsmerkmal, dass Überweisungen ausschließlich zum eigenen Girokonto möglich sind. 😉

BMW Bankt senkt Zinsen

Die BMW Bank hatte vor einiger Zeit mit einem sehr guten Zinssatz von 2,7 Prozent auf das Online-Sparkonto auf sich aufmerksam gemacht. Auch wenn es sich dabei um kein Tagesgeldkonto handelte (man kann monatlich über maximal 2.000 Euro verfügen oder mit einer Frist von 90 Tagen das Konto komplett kündigen), hat das Angebot vielleicht der ein oder andere genutzt. Diejenigen dürfte es interessieren, dass der Zinssatz ab dem 10. April 2012 auf nur noch 2,0 Prozent gesenkt wird und damit nicht mehr sonderlich attraktiv ist.

Auch die Zinsen auf das Tagesgeldkonto der BMW Bank sinken zum 10. April 2012. Und zwar von 1,5 auf dann nur noch 1,35 Prozent.

Postbank senkt Girokonto-Tagesgeld auf 1,1 Prozent

Ebenfalls vor einiger Zeit warb die Postbank für ihr – nicht uneingeschränkt kostenloses – Girokonto, indem im „Paket“ fünf Prozent aufs „Tagesgeld“ versprochen wurden. Allerdings mit gleich mehreren Haken, warum ich persönlich auch davon abriet.

Die Zinsen für Bestandskunden lagen damals mit 1,5% bereits auf einem schwachen Niveau. Da für die Neukunden nun nach und nach die Garantie für die beworbenen 5 Prozent ausläuft (die 5 Monate lief), lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Bestandskundenzinsen: Zwischenzeitlich lagen sie nur noch bei 1,25 Prozent und zum 1. April wurden sie dann sogar auf nur noch 1,1 Prozent gesenkt.

Das ist im Vergleich sehr schwach – und wenn man dann noch berücksichtigt, dass man extra dafür auch noch ein Girokonto bei der Postbank führen muss, scheidet es für die meisten wohl endgültig komplett aus.

Leitzins bleibt bei 1,0 Prozent

Doch es gibt es eine einzelne gute Neuigkeit bzw. anders ausgedrückt eine nicht-schlechte Neuigkeit, das würde es wohl eher treffen: Der EZB-Leitzins bleibt unverändert bei glatt einem Prozent.

Eine „gute“ Neuigkeit ist das deswegen, weil von vielen Experten darüber spekuliert worden war, dass der Leitzins möglicherweise gesenkt würde, was in der vergangenen Woche hätte passieren können. Tat es aber nicht.

Somit ändert sich auch nichts beim Tagesgeldkonto von Barclays, dass sich ja am Leitzins orientiert und für 36 Monate einen Aufschlag von 1,5 Prozentpunkten garantiert.

Inflationsrate geht gleicht zurück

Die Inflationsrate lag im März 2012 im Vergleich zum März 2011 bei 2,1 Prozent. Für den Februar lag sie noch bei 2,3 Prozent, sodass wir hier einen leichten Rückgang zu verzeichnen haben. Für die Rendite ist das gut, denn somit vermehrt man unterm Strich sein Geld, sobald man Zinsen oberhalb der Inflationsrate kassiert (Kapitalertragssteuer etc der Einfachheit halber mal außen vor gelassen).

Wobei die Inflationsrate für jeden individuell auch ganz anders liegen kann. Wenn man beispielsweise viel Auto fahren muss, liegt der derzeitige Wertverlust des Geldes durch die hohen Spritpreise sicherlich deutlich höher…