TF Bank und Advanzia erhöhen Tagesgeld-Zinsen

Vor kurzem hatte ich hier im Blog erstmalig die schwedische TF Bank erwähnt, die mit 0,65 Prozent einen sensationell guten Zinssatz aufs Tagesgeld bot. Nun erhöhte sie diesen Zinssatz sogar noch einmal, und zwar auf 0,75 Prozent.

Das ist an sich eine gute Nachricht. Andererseits wirft es die Frage auf, wieso dies überhaupt nötig ist. Denn im derzeitigen Niedrigzinsumfeld lag sie in Bezug auf den Zinssatz schon zuvor hervorragend im Rennen.

Offenbar ist es also so, dass die Bank wohl nicht so viele Kunden für sich gewinnen konnte, wie sie sich erhofft hat. Trotz des hohen Zinssatzes.

Ungewöhnliche Handhabung hält manchen ab

In meinem alten Artikel sind diverse Punkte genannt, woran dies liegen könne. Denn die Handhabung des Kontos ist ziemlich unkomfortabel. Es gibt zum Beispiel kein Online-Banking, die Auszahlungsanforderung ist entsprechend kompliziert und die Auszahlungen dauern ein paar Tage. Und die Kontoführung erfolgt nach ausländischem Recht.

Das dürfte den einen oder anderen von einer Kontoeröffnung abgehalten haben (so zumindest auch mich). Aber vielleicht ist ja mit 0,75 Prozent nun ein Zinssatz erreicht, der den einen oder anderen diese „Haken“ in Kauf nehmen lassen (bei mir persönlich ist das allerdings weiterhin nicht der Fall ;)). Die Kontoeröffnung bei der TF Bank wäre hier möglich.

Auch Advanzia Bank erhöht

Und auch bei einer anderen Bank mit Kontoführung nach ausländischem Recht gab es eine Zinserhöhung. Nämlich bei der altbekannten Advanzia Bank aus Luxemburg. Allerdings nur für Neukunden.

Diesen zahlt die Advanzia Bank ab dem Zeitpunkt der ersten Einzahlung für drei Monate lang 1,0 Prozent aufs Tagesgeld. Allerdings gilt hierfür ein Mindestanlagebetrag von 5.000 Euro (für geringere Beträge würde es sich meines Erachtens aber ohnehin nicht wirklich lohnen, extra ein Konto zu eröffnen).

Danach gilt der Standardzinssatz, der derzeit bei für heutige Zeiten sehr guten 0,50 Prozent liegt.

Auch hier Kontoführung nach ausländischem Recht

Wie eingangs erwähnt handelt es sich auch hier um eine Kontoführung nach ausländischem Recht (darum behandele ich die Advanzia Bank auch zusammen mit der TF Bank in einem Artikel). Das heißt unter anderem, dass ihr keinen Freistellungsauftrag erteilen könnt und euch auch keine Steuern von den Zinserträgen abgezogen werden.

Für die korrekte Versteuerung seid ihr selbst verantwortlich; achtet darauf unbedingt bei eurer Steuererklärung, wenn ihr ein solches Angebot wahrnehmt.

Mich persönlich schreckt das weiterhin ab, auch wenn es sicherlich kein „Hexenwerk“ ist. 😉

8 thoughts on “TF Bank und Advanzia erhöhen Tagesgeld-Zinsen

  1. Finanzamt RLP; Anleitung zur Anlage KAP 2017: hier: Zeile 15, ausländische Kapitalerträge: „…Bitte reichen Sie für die Erträge in Zeile 15 die entsprechende(n) Erträgnisaufstellung(en) ein…“ Reine Zinsbescheinigungen können nicht anerkannt werden.

  2. Wenn ein Nachweis vom FA angefordert wird (was eigentlich kaum mehr passiert), dann würde auch ein Kontoauszug mit Zinsausweis genügen. Normalerweise liegt wegen bestehendem Datenaustausch die Information eh vor und es wird nur nachgefragt, wenn Abweichungen zwischen Deklaration und gemeldeten Zinsen bestehen. Dabei ist es egal ob die Zinsen aus dem In- oder Ausland gemeldet wurden. Bei mir wurde nur einmal eine Aufgliederung der ausländischen Zinsen verlangt, also welcher Betrag von welcher Bank. Da genügte aber eine Excel Übersicht.

  3. „Wobei bei ausländischen Banken die Zinsbescheinigung formlos und eher informativ ist. Sie dient als Ausfüllhilfe für die KAP Erklärung. Fürs FA wird sie nicht benötigt.“
    Interessant…mein Finanzamt fordert für ausländische Zinsen die entsprechende Erträgnisaufstellung. ( z.B. Klarna, Credit agricole ) .

  4. Wobei bei ausländischen Banken die Zinsbescheinigung formlos und eher informativ ist. Sie dient als Ausfüllhilfe für die KAP Erklärung. Fürs FA wird sie nicht benötigt.

  5. Aufgrund der 0,75% Zinsen auf Tagesgeld habe ich ein Konto bei der TF Bank (Direktanlage, nicht über Weltsparen) eingerichtet. Die gesamte Eröffnungsprozedur hat ca.14 Tage gedauert.
    Der Email- und postalische Kontakt war korrekt und die Bedingungen
    ( oder auch sogen. Haken ) sind mir bekannt und nehme ich in Kauf.
    Da ich ja kein Problem mit dem Nichtstellen eines FA habe,
    fällt dieser Punkt bei mir nicht ins Gewicht.
    Daher kann ich bisher nichts Negatives feststellen oder positiv ausgedrückt:
    alles soweit in Ordnung. Die Realität wird sich später in den Rückzahlungs-wünschen und der Zusendung der Zinsbescheinigung zeigen.

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