Angesichts derzeit rekordverdächtig niedriger Tagesgeldzinsen mag es vermutlich bei vielen Sparern für ungläubiges Staunen sorgen, aber es ist tatsächlich so: Die Tagesgeldzinsen der meisten Banken sind noch viel zu hoch! Zumindest was Zinssätze von um die zwei Prozent betrifft, wie sie zum Beispiel die beliebte Bank of Scotland mit ihren 2,2% bietet.
Denn wie der Nachrichtensender N-TV argumentiert, können sich Banken im so genannten Interbankenhandel (also der Handel zwischen den Banken) auf Tagesbasis deutlich günstiger Geld beschaffen: Der Zinssatz hierfür liegt derzeit konstant sehr deutlich unter einem Prozent p.a., meist sogar unter 0,5%. Zum Vergleich: vor rund zwei Jahren schwankte dieser Zinssatz noch konstant um die 4%, lag teilweise sogar über 4,5%.
Doch warum bieten viele Banken ihren Privatkunden dennoch vergleichsweise hohe Zinsen, bei denen sie theoretisch sogar draufzahlen? Ganz einfach: Sie wollen ihre Kunden nicht verprellen. Denn die Banken denken langfristiger und nehmen daher kurzfristig ökonomische Verluste in Kauf: Sie setzen auf Kundenbindung und -gewinnung. Und dabei ist der Tagesgeld-Bereich das Pferd, auf das unbedingt gesetzt werden sollte. Denn Tagesgeld ist heutzutage die beliebteste Anlageform in Deutschland: 43% Prozent aller privaten Einlagen der Deutschen sind laut N-TV als Tagesgeld angelegt (zum Vergleich: nur 15,3% als Festgeld). Und das Charakteristikum von Tagesgeld ist ja, dass es die Kunden theoretisch von heute auf morgen abziehen können. Davor haben viele Banken Angst. Tagesgeld-Zinsen sind viel zu hoch! weiterlesen
Erst kürzlich machte die GE Capital Direkt nach ihrem furiosen Start mit einer Zinssenkung von 2,25% auf 2,1% von negativ sich reden. Nun gibt es erneut schlechte Nachrichten: Ab sofort wird der Zinssatz nur noch bis maximal 75.000 Euro gewährt (bislang lag diese Grenze noch bei 250.000 Euro).