cashboard_logoVor einiger Zeit hatte ich euch hier im Blog den Anbieter Cashboard als mögliche Alternative fürs Tagesgeld vorgestellt. So richtig begeistert war ich vom damaligen Angebot nicht, auch wenn es auf den ersten Blick gut aussah, da es einen Zinssatz garantierte und sich als sicher darstellte.

Es war für mich persönlich aber zum einen zu undurchsichtig, zum anderen galten die in Aussicht gestellten garantierten Zinsen auf maximal 10.000 Euro und ich habe auch keine echte „Sicherheit“ erkannt. Das war mir alles zu „wacklig“. Und zu „guter Letzt“ war das angelegte Geld nicht kurzfristig verfügbar – somit hat das ganze mit einem Tagesgeldkonto nichts gemeinsam. Auch die Leser-Kommentare unter dem eingangs verlinkten Blog-Eintrag waren mehrheitlich negativ.

Cashboard jetzt auch mit Tagesgeldkonto

Nun aber bewirbt Cashboard auf seiner Homepage auch ein Produkt namens „Tagesgeld 1%“. Allerdings ziemlich versteckt, man muss auf der Homepage fast nach ganz unten scrollen, um dort unter „Produkt“ den entsprechenden Eintrag zu finden.

Und wieder einmal lässt die dort hinterlegte Produktbeschreibung ein paar Fragen aufkommen bzw. unbeantwortet. Doch erst einmal das positive: Die 1 Prozent aufs Tagesgeld werden für 12 Monate lang garantiert. Das ist sehr ordentlich. Und es gibt keinen knapp bemessenen Höchstbetrag, sondern er liegt beu überaus großzügigen 250.000 Euro.

Commerzbank-Tochter als Partnerbank

Und auch die bei Tagesgeldkonten gewohnte Sicherheit scheint gegeben, denn abgewickelt wird das ganze über eine „deutsche Vollbank“ (mit entsprechender gesetzlicher Einlagensicherung bis 100.000 Euro je Kunde – mehr sollte man also lieber nicht anlegen, sofern überhaupt vorhanden).

Bei der Bank handelt es sich um ebase, die eine 100%ige Tochter der Comdirect ist, die wiederum zur Commerzbank-Gruppe gehört. Es ist also nicht „irgendwer“.

Die Mühe, auf der Homepage von ebase nach einem Tagesgeldkonto zu suchen, kann man sich übrigens sparen: Man wird zwar eines finden, allerdings nur mit lausigen 0,01 Prozent Zinsen. Um die 1% zu erhalten, ist also unbedingt der „Umweg“ über Cashboard erforderlich.

Viele Fragen bleiben zunächst offen

Doch wie gesagt ist mir das Tagesgeldkonto von bzw. über Cashboard zum Teil nicht so ganz klar. Wenn ich die „Häufigen Fragen“ durchlese, enstehen bei mir sogar eher noch weitere Fragen. Vor allem bei der Antwort auf die Frage, ob ein Freistellungsauftrag erteilt werden kann. Dazu lautet die Antwort:

Die Einreichung eines Freistellungsantrages ist für einen Teil der Zinsen auf Ihrem Konto möglich. Die Zinsen setzen sich aus zwei Teilen zusammen. Der Teil, der von ebase beigesteuert wird, kann bei der Stellung eines Freistellungsantrags berücksichtigt werden.

Da stellen sich mir die Fragen: Wie verteilt sich diese Zinsen konkret? Und wieso können die Zinserträge von Cashboard nicht “freigestellt” werden, sondern nur die von ebase? Handelt es sich hier überhaupt um Zinsen im eigentlichen Sinne? Wie ist der Teil der Gutschrift von Cashboard steuerlich zu behandeln?

Diese Fragen stellte ich Cashboard per E-Mail. Die Antwort kam schnell:

Sie erhalten die Zinsen für Ihr Tagesgeldkonto solange von Cashboard, bis das Konto bei unser Partnerbank ebase angebunden ist. Danach schreibt unsere Partnerbank zweimal jährlich die 1 % Zinsen auf Ihrem Konto gut.

Die 1 % Zinsen von Cashboard werden dem Konto mit Eröffnung des Tagesgeldkontos gut geschrieben. Hierbei handelt es nicht um Zinsen im eigentlichen Sinne, sondern um eine Zuwendung von Cashboard an den Kunden. Die Zuwendung muss steuerlich nicht berücksichtigt werden.

Aha. Sehr interessant, dass das so einfach geht. Darauf entstanden bei mir aber noch folgende Fragen: Wie lange dauert denn die “Anbindung”? Und was würde passieren, falls Cashboard zwischenzeitlich in eine Insolvenz oder ähnliches gehen würde?

Die (erneut sehr schnelle) Antwort von Cashboard:

Die Anbindung des Tagesgeldkonto bei unserer Partnerbank ebase dauert in der Regel 3 bis 7 Banktage. Nachdem dieses Konto eröffnet wurde, wird das Geld von Ihrem Konto flex auf Ihr Tagesgeldkonto transferiert. Hier liegt die Arbeitszeit der Bank bei rund 3 Tagen.

Sollte Cashboard innerhalb der Tage Insolvenz gehen oder ähnliches, ist Ihr Geld bei Ihnen. Denn das Geld liegt nicht bei Cashboard sondern immer bei der Bank auf Ihrem Konto, Depot oder Tagesgeldkonto.
Sie hätten dann nur keinen Anspruch auf die 1 % Festrendite. Also solang das Geld auf Ihrem Konto liegt und nicht im Tagesgeldkonto, obwohl Sie in Ihrem Account bei Cashboard die Verschiebung des Geldes bereits beauftragt haben.

Klingt ja eigentlich alles ganz okay. Wobei ich aber nicht verstehe, wieso es solche wichtigen Informationen erst auf Nachfrage gibt. Vielleicht konnte ich aber zumindest dem einen oder anderen von euch weiterhelfen.

Zu spät erkannt: Tagesgeld nicht „alleine“ abschließbar

Ich hätte mir die ganze Mühe aber auch sparen können. Denn wie mir erst beim Verfassen dieses Artikels hier auffiel, kommt dieses Angebot zumindest für mich (aber auch glaube auch sehr viele von euch) gar nicht in Frage. Denn es ist nur für Kunden von Cashboard abschließbar, die auch ein anderes Produkt bei Cashboard nutzen.

Und wie im eingangs verlinkten Artikel zu lesen ist, sind diese Geldanlagen bzgl. der Sicherheit und auch der Verfügbarkeit nicht mit einem klassischen Tagesgeldkonto zu vergleichen. Konkret heißt es auf der Seite von Cashboard zur Frage, ob auch ausschließlich ein Tagesgeldkonto eröffnet werden kann:

Das CASHBOARD-Tagesgeldkonto ist nur für Bestandskunden abschließbar, um neben den teilweise nur mittelfristig verfügbaren Anlagen auch permanent verfügbare Reserven zu attraktiven Zinsen anzulegen. Sie müssen sich also für eines der anderen CASHBOARD-Konten (z.B. das „ImmobilienPlus“ mit 5% Festzins) anmelden, um zusätzlich ein Tagesgeldkonto abschließen zu können.

Das ist für mich persönlich ein K.O.-Kriterium, sodass das Angebot für mich in Gänze nicht mehr in Frage kommt. Aber vielleicht hilft der Artikel ja manch einem von euch weiter. Oder es kommt für manch einen ja sogar in Frage, weil er bereits Cashboard-Kunde ist und dort ein anderes Produkt nutzt. Ehrlich gesagt denke ich aber, dass dies nur auf eine ganz klitzekleine Minderheit von euch Lesern des TagesgeldBlogs zutreffen dürfte. Hinterlasst dazu aber gerne einen Kommentar.

Attraktive Alternative: Consorsbank

Typischen Tagesgeldkunden würde ich hier stattdessen lieber zur Consorsbank raten. Diese zahlt ebenfalls 1 Prozent für 12 Monate garantiert. Allerdings nur für Neukunden und nur auf maximal 20.000 Euro.

Dafür aber ohne jegliche weitere Haken oder unerwartete Einschränkungen. Abschließen könnt ihr dieses Angebot hier.

Update vom 12. Mai 2017

Es gibt schlechte Nachrichten: Cashboard hat einen Insolvenzantrag gestellt.