Weltsparen-Portal mit neuen Angeboten

fibank_logoVor einigen Wochen hatte ich hier im Blog zum ersten Mal über das Portal „Weltsparen“ berichtet. Kurz zusammengefasst kann man hierüber ein Konto eröffnen, über das wiederum man dann Einlagen bei ausländischen Banken tätigen kann, die sonst nicht auf dem deutschen Sparer-Markt operieren.

Es handelt sich dabei um Banken, die hier normalerweise auch nicht bekannt sind wie zum Beispiel der bulgarischen „Fibank“, die auf dem Portal bislang auch der einzige Anbieter war.

Zinsen deutlich über der Spitze

Zudem geht es ausschließlich um Festgeld. Die Zinsen dafür sind für heutige Zeiten extrem hoch – zu hoch für meinen Geschmack: So werden bei der bulgarischen „Fibank“ über Weltsparen derzeit für ein 12-monatiges Festgeld 2,5 Prozent geboten. Zum Vergleich: Der beste „reguläre“ Anbieter in Deutschland zahlt derzeit für die gleiche Laufzeit 1,7 Prozent (siehe hier). Das ist schon ein mehr als deutlicher deutlicher Unterschied.

Dies macht mich skeptisch. Hinzu kommen noch ein paar weitere Gründe, die aus meiner Sicht gegen eine Anlage über „Weltsparen“ sprechen. Ich möchte an dieser Stelle auf meinen alten Blogeintrag verweisen, wo ich das Ganze etwas genauer aufgedröselt hatte.

Fibank nun auch mit 3,3% für drei Jahre

Doch nun zum Grund für diesen Eintrag hier, denn den schreibe ich ja schließlich nicht, um altes „wiederzukäuen“. 😉 Es gibt nämlich zwei neue Angebote auf „Weltsparen“.

Zum einen bietet die bulgarische Bank dort nun auch ein dreijähriges Festgeld an. Der Zinssatz hierfür beträgt 3,3 Prozent und liegt damit ebenfalls deutlich über den üblichen Spitzenangeboten für den deutschen Markt. Die Kritikpunkte aus meinem alten Blogeintrag gelten jedoch auch hierfür.

Ach, und einen kleinen weiteren Kritikpunkt gibt es hier noch: Während der dreijährigen Laufzeit erfolgt keine Zinsgutschrift, sondern erst am Ende. Dann bekommt man auf einen Schlag 9,9 Prozent ausgezahlt (statt drei Mal 3,3%). Für Personen, die ihren Freistellungsauftrag ausreizen, ist dies unattraktiv, da so der gesamte Zinsertrag in einem einzigen Jahr zu Lasten des jeweiligen Freistellungsauftrages geht, statt dass er über drei Jahre verteilt wird. Bedauerlicherweise ist dies auf der Homepage nicht prominent kenntlich gemacht, sodass man davon möglicherweise „überrascht“ wird.

Portugiesische Direktbank mit 2,0% für 12 Monate

Das zweite neue Angebot stammt von einer auf dem Portal neuen Bank. Nämlich der „Banco Espirito Santo“. Hierbei handelt es sich um eine Direktbank aus Portugal, von der ich bislang noch nie etwas hörte. Sie hat bislang auf Weltsparen nur die Laufzeit von 12 Monaten im Portfolio. Für dieses zahlt sie mit 2,0 Prozent deutlich weniger als die Fibank – jedoch noch immer deutlich mehr als „reguläre“ Anbieter in Deutschland, bei denen man direkt ohne Umweg anlegen kann.

Der niedrige Zinssatz innerhalb des gleichen Portals spricht dafür, dass dieses Angebot andere Vorzüge gegenüber dem der Fibank haben muss. Die Mindesteinlage liegt mit 10.000 Euro jedenfalls genauso hoch. Ist es vielleicht, dass die portugiesische Einlagensicherung als sicherer gilt als die bulgarische? Oder hat noch jemand andere Ideen?

Ich habe dazu leider zu wenig Ahnung. Darum will ich mich hier mit weiteren Mutmaßungen zurückhalten. Ich jedenfalls will dort kein Konto eröffnen, da mir diese ganze Abwicklung über Weltsparen nicht so recht gefällt. Im Prinzip gelten hier auch fast alle Kritikpunkte, die ich schon im alten Blogeintrag zur Fibank nannte (bis auf die, die die bulgarische Einlagensicherung betreffen). Wenn ihr Euch das Angebot genauer ansehen wollt, könnt ihr dies hier tun.

Erfahrungen mit Weltbank bzw. Fibank?

Leider kann ich an dieser Stelle nicht mehr beitragen. Hat vielleicht jemand von euch schon Erfahrungen mit Weltbank und der Fibank gesammelt? Dann ab damit in die Kommentare unter diesem Beitrag! 🙂

PS: Für den Sommer 2014 stellt Weltsparen noch weitere Angebote von Banken aus Norwegen, Italien und Großbritannien in Aussicht. Allerdings wird davon in Bezug auf die Zinsen keines besser sein als die aktuellen Offerten der Fibank. Allzu spannende „Neuerungen“ wird es also nach derzeitigem Stand voraussichtlich nicht geben.

3 Gedanken zu „Weltsparen-Portal mit neuen Angeboten

  1. Oh, das hatte ich nicht gar nicht mitbekommen. Danke für diesen überaus interessanten Hinweis. Ich werde dazu gleich mal einen kurzen Artikel schreiben, damit dies möglichst viele Leser mitbekommen.

  2. Aktuell:
    Bulgarien steht am Rande eine Bankenpanik. Binnen Stunden wurden bei der Sofiaer Fibank rund 500 Millionen Euro abgehoben. Auch deutsche Sparer sind betroffen. Denn hierzulande wirbt das Institut seit Monaten aggressiv um Kunden.

  3. Meine Meinung dazu: Finger weg!!! Klar kann ich verstehen, dass man in der heutigen Niedrig-Zins-Zeit händeringend nach Alternativen sucht, aber sowas? Nee danke! Wenn ich mir den Staatsanleihenmarkt anschaue und sehe, mit welch niedrigen Zinsen sich derzeit Griechenland, Portugal & Co refinanzieren können, dann verstehe ich die Welt nicht mehr. Euro/PIGS-Krise. Ehmm, war da nicht mal was? Hat man nicht aus den letzten Jahren dazugelern?

    Ich sage, bevor man so dumm ist und das Geld in windige Banken oder drittklassige Staatsanleihen steckt, dann lieber einen Teil der überschüssigen Kohle an die Börse bringen und mit kühlem nüchternen Blick investiren. Da kann man immerhin jederzeit wieder raus und das Gewinn-Verlust Risiko ist noch halbwegs gegeben. Hab mir im März z.B. russische Aktien ins Depot gelegt, klar, das Risiko war/ist vorhanden, aber die Chance dazu passt auch. Öl und Gas werden immer gebraucht, die Kurse erholen sich, Gazprom seitdem mehr als 25% gut gemacht, Lukoil +15%, MSCI Index mehr als 10% usw.

    Klar, kann man dabei auch mal kräftig Geld in den Sand setzen, ist mir auch schon diverse Male passiert, dafür ist aber auch die Chance auf +30-50% vorhanden und der gemischte Einsatz bringt dann eine halbwegs gute Rendite zustande. Bei dem exotischen Banken bekommt man wieviel? Oha fette 2-3% mit Chance auf Totalverlust. Nee danke. Ach so, ja, die EU garantiert bis 100.000 Euro. Dann mal viel Spaß im Ernstfall 😉

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