logo_credit_agricole[Update vom 18.11.2016: Die im nachfolgenden Text genannten Zinssätze gelten nur noch für Kontoeröffnungen und Einzahlungen bis einschließlich 20.11.2016. Danach verschlechtern sich die Konditionen dann deutlich.]

Seit heute bietet die französische Credit Agricole Consumer Finance (CACF) für kurze Zeit deutlich erhöhte Festgeldzinsen an. In dem derzeitigen Niedrigzins-Umfeld mit Tendenz nach unten ist diese Erhöhung eine faustdicke Überraschung.

Im Einzelnen lauten die neuen Zinssätze wie folgt:

1 Jahr: 1,21 %
2 Jahre: 1,36 %
3 Jahre: 1,46 %
4 Jahre: 1,61 %
5 Jahre: 1,71 %
6 Jahre: 1,81 %
7 Jahre: 1,90 %

Vergleicht man dies mit den zuletzt gültigen Bestzinssätzen meines Vergleichs (mit Kontoführung nach deutschem Recht), ist dies ein echter Paukenschlag.

Kein Freistellungsauftrag möglich

Allerdings sollte man dazu sagen, dass die Kontoführung bei der CACF nicht nach deutschem Recht erfolgt, sondern nach französischem. Dies hat zur Konsequenz, dass es nicht möglich ist, einen Freistellungsauftrag zu erteilen. Die steuerliche Berück­sichtigung der Zinsen muss daher über die eigene Einkommensteuererklärung erfolgen (Anlage KAP – eine entsprechende Bescheinigung wird von der Bank nach Ablauf des Jahres zugesandt).

Ein Abzug seitens der CACF erfolgt nicht. Sie zahlt die Zinserträge daher ohne jegliche Abzüge auf euer Refrenzkonto aus. Manche sehen dies auch als Vorteil an.

Keine Online-Kontoführung möglich

Zudem gibt es hier kein Online-Konto, in das man sich einloggen kann um den aktuellen Kontostand einzusehen. Es ist aber möglich, den Kontostand telefonisch zu erfragen. Das finde ich persönlich zwar nicht schön, aber da es sich um ein Festgeldkonto handelt, ist es aber auch so relativ einfach, die Übersicht zu behalten.

Außerdem ist noch ein Mindestanlagebetrag von 5.000 Euro zu beachten. Das ist aber halb so wild, denn für zu kleine Beträge ist der Nutzen der hohen Zinsen ja ohnehin zu begrenzt.

Vorsicht vor automatischer Verlängerung

Ganz wichtig (und in meinen Augen überaus unschön) ist außerdem, dass euer Anlagebetrag am Ende der Laufzeit nicht automatisch ausgezahlt wird. Stattdessen muss man die Bank spätestens bis 3 Werktage vor Laufzeitende mit der Auszahlung beauftragen. Andernfalls wird die Festgeldanlage um 12 Monate zu den dann gültigen Konditionen verlängert.

Da das zum jetzigen Zeitpunkt eine „Black Box“ ist, kann dazu seriöserweise niemand ernsthaft raten. Ich empfehle, direkt nach dem Start der Festgeldanlage schon einmal die Auszahlung zum Laufzeitende zu beantragen und sich dies auch bestätigen zu lassen. Dann kann man das schon mal nicht mehr vergessen.

Super-Zinsen lassen über Nachteile hinwegsehen

Ich persönlich bin ja bislang kein Freund von Angeboten mit Kontoführung nach ausländischem Recht gewesen, da ich die steuerlich abweichende Behandlung scheute. Genau genommen ist das aber halb so wild und bei so einem hohen Zinsvorsprung bin ich persönlich dann auch der Ansicht, dass man das in so einem Fall durchaus „in Kauf nehmen“ kann. Finanziell hat man dadurch schließlich keinerlei Nachteile.

Eindeutig nachteilhaft ist meines Erachtens aber die automatische Verlängerung und dass man die Auszahlung explizit beantragen muss. Auch die fehlende Online-Funktionalität passt mir nicht so richtig, wenn ich ehrlich bin.

Ich jedenfalls werde bei der CACF dennoch ein Festgeld abschließen. Die Zinsen sind hier einfach zu attraktiv und die Nachteile durchaus zu handhaben, wenn man sie im Blick hat. Zumal es sich bei Frankreich um ein Land handelt, das über Höchstwerte in Sachen Bonität verfügt.

PS: Vielen Dank für die vielen Leser-Hinweise auf die neuen Top-Konditionen bei der CACF! 🙂