Girokonten

Während der Anbieterwechsel bei Tagesgeldkonten sehr leicht gemacht ist und keine weiteren Vorbereitungen erfordert, ist dies bei Girokonten zugegebenermaßen ungleich aufwändiger. Denn im Normalfall ist dies ja der Dreh- und Angelpunkt des eigenen finanziellen „Lebens“.

Daher muss im Falle eines Wechsels an gleich mehreren Stellen die neue Bankverbindung angegeben werden (zum Beispiel beim Arbeitgeber und bei allen, denen man eine Einzugsermächtigung erteilt hat, oder aber auch beim Tagesgeld-Anbieter, da das Girokonto ja immer das Referenzkonto für Rücküberweisungen ist). Ein paar hilfreiche Tipps dazu habe ich weiter unten für euch.

Dennoch kann es sich sehr lohnen, über einen Wechsel nicht nur nachzudenken, sondern ihn auch umzusetzen. Denn es gibt einige sehr gute Angebote bei den Direktbanken. Insbesondere wenn ihr noch Gebühren für euer bisheriges Konto zahlt, könnt ihr euch mehr als deutlich verbessern.

Nachfolgend liste ich die Angebote mit den besten Konditionen auf. Sie sind zum einen günstiger (nämlich in den „Grundfunktionen“ kostenlos) und bieten dabei noch mehr Leistungen als ihre Pendants bei den Filialbanken.

Ich liste hier nur Banken auf, die die Kontoführung inkl. Bargeldabhebungen ohne weitere Bedingungen (wie zum Beispiel einem dauerhaften monatlichen Mindest-Gehaltseingang oder ähnliches) kostenlos ermöglichen, sodass man diesbezüglich keine Haken fürchten muss. Darum tauchen nachfolgend auch einige aus der Werbung bekannte Anbieter, wie zum Beispiel die Postbank, nicht auf. Außerdem liste ich nur Banken auf, die kürzlich von der Stiftung Warentest bzw. Finanztest erfolgreich unter die Lupe genommen wurden.

Bank/Produktname
Sonstiges
Homepage
Logo Consorsbank
  • inkl. kostenloser VISA-Karte
  • damit europaweit kostenlos Bargeld an VISA-Automaten
  • bei Gehaltseingang 50 Euro Neukunden-Prämie
  • keine eigenen Filialen, nur Online-Kontoführung
Konto eröffnen
ING DiBa
  • inkl. kostenloser VISA-Karte
  • damit deutschlandweit kostenlos Bargeld an VISA-Automaten
  • bei Nutzung als Gehaltskonto 50 Euro Neukunden-Prämie
  • keine eigenen Filialen, nur Online-Kontoführung
Konto eröffnen
Santander Bank Tagesgeld
  • inkl. kostenloser VISA-Karte
  • kostenlose Bargeld-Abhebung jedoch nur mit EC-Karte und nur bei Santander oder bei Cashpool-Partnern
  • kostenlose Zusatz-Karte für Partner
  • 0,1% Guthabenzinsen
  • attraktives Bonusprogramm (z.B. monatlich 1 Euro Bonus für Gehaltseingänge ab 600 Euro sowie 2 Euro Bonus für mindestens 3 Lastschriten)
Konto eröffnen

Zuletzt aktualisiert: 02.05.2017 / Alle Angaben ohne Gewähr.

Tipps für den gelungenen Girokonten-Wechsel

Und falls ihr doch noch zu viel „Respekt“ vor dem mit einem Wechsel verbundenen Aufwand habt, habe ich hier ein paar hilfreiche Tipps für den Wechsel zusammengetragen. Wenn man das ganze wenigstens halbwegs organisiert angeht, ist es wirklich nur halb so wild. Ich habe das für mich selbst, meine Schwester und meine Freundin schon erfolgreich durchgezogen – ohne auch nur ein einziges Problem.

  1. Behaltet übergangsweise unbedingt noch eurer altes Girokonto, auf das eure Zahlungen eingingen bzw. von dem immer abgebucht wurde. Kündigt dies nicht voreilig.
  2. Stellt nun alles um, was euch einfällt (Gehaltszahlungen, Daueraufträge, Einzugsermächtigungen zum Beispiel für Zeitschriften, Stromversorger, Telekommunikationsanbieter etc). In den meisten Fällen geht es unkompliziert per E-Mail, so zumindest meine Erfahrung.
  3. Schaut euch die Kontoauszüge der letzten 12 Monate an und schaut dort nach regelmäßigen Abbuchungen und Zahlungen, die ihr unter Punkt 2 vergessen habt.
  4. Beobachtet nun, ob trotzdem weiterhin vereinzelt Abbuchungen vom alten Girokonto erfolgen (Zusatztipp: für ausreichende Deckung sorgen ;)) bzw. Zahlungen eingehen. Dann habt ihr diesen Anbieter entweder vergessen oder aber da hat irgendwas beim Anbieter nicht mit der Umstellung geklappt.
  5. Wenn über mehrere Monate hinweg nichts mehr auf dem alten Girokonto passiert, dann kann man es eventuell schon kündigen. Achtet zuvor aber ganz genau darauf, ob die Buchungen, die jährlich vorkommen (zum Beispiel KfZ-Steuer) auch schon umgestellt wurden. Diese übersieht man schnell mal, da sie ja nur alle zwölf Monate vorkommen.
  6. Ganz wichtig ist es natürlich auch, die Angabe des Referenzkontos bei euren Tagesgeldkonten zu aktualisieren. 😉

Das klingt jetzt ja doch nach einigem Aufwand. Aber ich finde, es klingt weit schlimmer als es in der Praxis dann tatsächlich ist. Und die aufnehmenden Banken leisten in der Regel auch eine gute Hilfestellung, zum Beispiel mit diversen Check-Listen. Letztendlich ist der Zeitaufwand überschaubar, der Nutzen aber groß bis sehr groß (je nachdem bei welchem Anbieter mit welchen Konditionen man bisher ist). Ich jedenfalls habe den Wechsel zu keinem Zeitpunkt bereut – und auch Freundin und Schwester nicht.

Falls ihr noch Fragen habt, schreibt unten gerne einen Kommentar.

  • Du kannst diese HTML tags verwenden: <a> <abbr> <acronym> <b> <blockquote> <cite> <code> <del> <em> <i> <q> <s> <strike> <strong>

  • #1 geschrieben von Uwe vor 3 Monaten

    Morgen soll sich einiges ändern bei der Consorsbank, z.B. endlich die Anzeige vorgemerkter Umsätze im Onlinebanking:
    https://www.consorsbank.de/ev/Transversal/DigitalePause?HOM-28#2

  • #2 geschrieben von Johannes vor 4 Monaten

    Ich kann nur zustimmen. Ich hatte bei meinem Giro Konto Wechsel für zwei Monate beide Konten parallel laufen lassen. Ich hatte die Kontoauszüge der letzten 15 Monate durchgeschaut und dann alle Verbindlichkeiten auf das neue Konto umgestellt. Sollte mal was vergessen werden, ist das auch keine Beinbruch, da sich die Betroffenen schon melden. Die erste Mahnung ist kostenlos, darauf muss man halt bei Gelegenheit beharren. Also! einen Guten Wechsel!

  • #3 geschrieben von chief vor 6 Monaten

    @Thorsten: „dankeschön“

  • #4 geschrieben von Thorsten vor 6 Monaten

    Hallo kann die DKB empfehlen. Bin seit 15 Jahren Kunde und immer zufrieden.

  • #5 geschrieben von chief vor 6 Monaten

    danke für deine Einschätzung, habe gestern bei der DKB Kontoeröffnungsantrag gestellt, mal sehen, wie es wird 😉

  • #6 geschrieben von Anonymous vor 6 Monaten

    Hey, ich nutze das Tagesgeldkonto seit ca 2 Jahren und kann nichts schlechtes über consors sagen. Für Girokonto, ich hatte einige in den letzten 10 Jahren, ist ING Diba mein Favorit, weil man an jedem GA mit der Visa kostenlos Geld bekommt. Selbst im Ausland muss man nicht grübeln, ob ein bestimmtes Land zum EWR gehört oder nicht.

  • #7 geschrieben von chief vor 6 Monaten

    Guten Morgen , nachdem meine Sparkasse mir zum Jahresanfang die Kontogebühr von 3,00 Euro pro Monat auf 7,00 Euro pro Monat und die Kreditkarte für meine Frau und mich von 66,00 Euro auf 126,00 Euro erhöht hat, denke ich über einen Kontowechsel nach. Kreditkarten habe ich nun bei Barclay bestellt, mit dem Girokonto tu ich mich schwer. Da ich jetzt ein Tagesgeld bei Consors habe, liegt es nahe, dort evtl. ein Girokonto zu eröffnen. Die Rahmenbedingungen passen aber wie sieht es im täglichen Ablauf aus ? Kann hier im Blog jemand aus seiner eigenen Erfahrung sprechen ?

  • #8 geschrieben von Anonymous vor 2 Jahren

    Die Klausel gibt es schon länger, die stand bereits 2010 drin. Bisher keine Probleme damit. Das beste Kontomodell, das ich je besessen/gesehen habe.

  • #9 geschrieben von Moris vor 2 Jahren


    YXZ:

    Bei der von Ihnen unter „Girokonto“ gelisteten ING-DiBa sollte man wachsam sein. Ich hatte vor einigen Jahren, als ich zusätzlich zu meinen Termin- und Festgeldern dort auch im Rahmen einer Aktion ein Girokonto einrichten wollte, das „Vergnügen“, die m. E. sehr fragwürdigen Bedingungen dieser Bank kennenzulernen. Das im Rahmen der Aktion zugesandte und von mir ausgefüllt zurückgeschickte Antragsformular war plötzlich nicht mehr aktuell. Ich bekam ein neues zugesandt, auf dem auf der Rückseite ein Passus „Abtretung von Ansprüchen auf Arbeitseinkommen und Sozialleistungen“ vorhanden war. Ich füllte auch dieses Formular aus, strich aber besagten Passus durch. Mit dieser Änderung wollte sich die Bank nicht zufrieden geben, als Direktbank arbeite man mit „weitestgehend standardisierten Produkten und Abläufen“. Der Vorstand hätte beschlossen, grundsätzlich keine individuellen Vereinbarungen mit einzelnen Kunden zu treffen.
    Derartige Abtretungen von Lohn- und Gehaltsansprüchen sind in vielen europäischen Ländern (wie z. B. Frankreich, Schweiz, Skandinavien) bereits gesetzlich verboten – nicht ohne Grund. Dieses Verbot hat weder Kreditkartenunternehmen noch Banken Einbußen in Form von abgeschriebenen Forderungen beschert. Die ING-DiBa versucht, sich von Kunden generell (auch wenn sie nie negativ aufgefallen sind) mit einer solchen Abtretung einen Freibrief zu verschaffen, um jedwede Forderung (ob berechtigt oder unberechtigt, sei dahingestellt) ohne einen Titel eintreiben zu können.
    Für die Stiftung Warentest (06/2014) ist der Aspekt der Abtretung offenbar kein Thema. Insbesondere aber für Arbeitnehmer in Vertrauensposition, die sich im Anstellungsvertrag verpflichtet haben, jede Abtretung von Lohn- und Gehaltsansprüchen dem Arbeitgeber mitzuteilen, sollte dieser Aspekt sehr wohl wichtig sein. Was für einen Eindruck hinterlässt die Meldung der Abtretung wohl beim Arbeitgeber?
    Für mich war damit ein Girokonto bei der ING-DiBa passé. Weiß jemand, ob die Bank immer noch auf die Abtretung pocht?

    Ja, ich stehe kurz vor meinem 18. Geburtstag und habe von der DiBa genau einen solchen Vertrag mit dem Passus gefunden und ebenfalls sehr gestutzt. Habe das bisher noch nie gesehen.
    Allerdings kann ich den Absatz nicht im online angebotenen Girokonto finden. Sehr dubios.

  • #10 geschrieben von YXZ vor 2 Jahren

    Bei der von Ihnen unter „Girokonto“ gelisteten ING-DiBa sollte man wachsam sein. Ich hatte vor einigen Jahren, als ich zusätzlich zu meinen Termin- und Festgeldern dort auch im Rahmen einer Aktion ein Girokonto einrichten wollte, das „Vergnügen“, die m. E. sehr fragwürdigen Bedingungen dieser Bank kennenzulernen. Das im Rahmen der Aktion zugesandte und von mir ausgefüllt zurückgeschickte Antragsformular war plötzlich nicht mehr aktuell. Ich bekam ein neues zugesandt, auf dem auf der Rückseite ein Passus „Abtretung von Ansprüchen auf Arbeitseinkommen und Sozialleistungen“ vorhanden war. Ich füllte auch dieses Formular aus, strich aber besagten Passus durch. Mit dieser Änderung wollte sich die Bank nicht zufrieden geben, als Direktbank arbeite man mit „weitestgehend standardisierten Produkten und Abläufen“. Der Vorstand hätte beschlossen, grundsätzlich keine individuellen Vereinbarungen mit einzelnen Kunden zu treffen.

    Derartige Abtretungen von Lohn- und Gehaltsansprüchen sind in vielen europäischen Ländern (wie z. B. Frankreich, Schweiz, Skandinavien) bereits gesetzlich verboten – nicht ohne Grund. Dieses Verbot hat weder Kreditkartenunternehmen noch Banken Einbußen in Form von abgeschriebenen Forderungen beschert. Die ING-DiBa versucht, sich von Kunden generell (auch wenn sie nie negativ aufgefallen sind) mit einer solchen Abtretung einen Freibrief zu verschaffen, um jedwede Forderung (ob berechtigt oder unberechtigt, sei dahingestellt) ohne einen Titel eintreiben zu können.

    Für die Stiftung Warentest (06/2014) ist der Aspekt der Abtretung offenbar kein Thema. Insbesondere aber für Arbeitnehmer in Vertrauensposition, die sich im Anstellungsvertrag verpflichtet haben, jede Abtretung von Lohn- und Gehaltsansprüchen dem Arbeitgeber mitzuteilen, sollte dieser Aspekt sehr wohl wichtig sein. Was für einen Eindruck hinterlässt die Meldung der Abtretung wohl beim Arbeitgeber?

    Für mich war damit ein Girokonto bei der ING-DiBa passé. Weiß jemand, ob die Bank immer noch auf die Abtretung pocht?

  • Kommentar-Feed für diesen Beitrag
nach oben